Screenshot einer Auseinandersetzung. In der Mitte einer Straße brennt es.

Aufstand oder Krawalle?

2011 war der Tahrir-Platz in Kairo der Austragungsort blutiger Kämpfe zwischen dem Regime von Hosni Mubarak und der Protestbewegung. Fünf Jahre später, Anfang 2016, erscheint voraussichtlich mit Riot: Civil Unrest Computerspiel, dass uns die Revolution nachspielen lässt.

Bei allen Rufen nach mehr politischer Positionierung von Spielen bin ich unsicher, was ich davon halten soll. Riot lässt uns Regierungstruppen (“police”) oder Aufständische (“angry horde”) spielen, auf dem Tahrir-Platz und bei anderen Aufständen. Werden die politischen Motivationen der Gruppen dabei erhalten bleiben? Auf welcher Basis müssen wir uns entscheiden: gut versus böse, konservativ versus progressiv, Diktatur versus Demokratie, Player A versus Player B?

Menschen demonstrieren auf einer Straße und halten Regenbogenflaggen hoch.

Wenn Computerspiele aktuelle Ereignisse aufgreifen, beeinflussen sie unsere Sicht auf Politik anders als Berichte und Bilder – auch wenn uns klar ist, dass wir ein Spiel spielen. Spielmechaniken können die Dynamik von Protesten möglichst genau abbilden, müssen das aber nicht. Sie können versuchen, Außenstehenden die beteiligten Parteien zu erklären oder einfach nur eine schicke Kulisse zaubern.

Klar, Propagandaspiele gibt es so lange, wie es Spiele gibt. Die sind meistens auch sehr offensichtlich. Bei allen anderen Spielen, werden wir in Zukunft genauer hinschauen müssen, was genau sie eigentlich darstellen.

Riot wird über Steam erhältlich sein.

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