Round 2 … Spass!

“MIKA WINS!” ertönt aus meinen Boxen, als ich die Arme zur Siegerpose in die Luft strecke. Der Name meines Charakters. Ein feierlicher Moment: Ich bin offiziell nicht der schlechteste “Street Fighter V”-Spieler des Universums.

Vor gut 1 1/2 Jahren hatte ich nichts als Frust mit Fighting Games, was in diesem Beitrag ganz gut rüber kommt.

Die 1 1/2 Jahre waren nicht ohne Ereignisse: ich bin Fan von Fighting Games geblieben, und es kam ein neuer Teil der “Street Fighter”-Serie heraus. Neues Blatt, neues Glück quasi. Ob es jetzt allein am Spiel mit neuen Mechaniken lag, oder ob aus den Trainingseinheiten in der Frustphase doch was hängen geblieben ist? Vielleicht auch beides. Irgendwo dort hat sich der eine oder die vielleicht fünfhundert Schalter versteckt, der oder die sich jetzt einfach umgelegt haben.

Einige der Schalter konnte ich selbst identifizieren: Statt in vielen Spielen nur ein paar Stunden zu verbringen, war den Spieß umzudrehen die richtige Entscheidung. Sich auf nur ein System in dem es viel zu lernen gibt half ungemein. Nachdem ich andere Controller ausprobierte wurde mir schnell klar, dass nicht meine Hände, sondern das Stück Plastik, Platine und Drähte das ich dazwischen hielt das Problem für unabsichtliche Bewegungen waren. Schliesslich will ich gegen Ryu, Cammy und M. Bison kämpfen, nicht gegen die Hardware. Ein Arcade-Stick liegt seitdem als treue Begleitung auf dem Schreibtisch.

Street Fighter ist in etwa wie Flöte spielen lernen: die ersten Töne kommen  recht einfach raus, für den großen Auftritt im Orchester braucht es aber noch viel Übung. Die Grundlagen sind einfach erlernt, nach den Grundlagen kommt jedoch ein schier unüberschaubares Feld an Techniken, Charakteren, Situationen, Optionen und hastenichgesehn. Des weiteren gehen bei dem beliebtesten Fighting Game aller Zeiten Mitspieler_innen auf allen Fähigkeitslevels nie aus, und was ich mir selbst nicht erklären kann ist mit YouTube-Videos und sogar Literatur erlernbar. Kleinere Titel können dieses Volumen an Lernmaterial nicht aufbringen.

Sonst ist für mich einiges selbst noch unklar. Auch warum meine Charakterwahl auf Rainbow Mika viel kann ich nicht wirklich erklären. Aus irgendeinem Grund war ich mit ihr zuerst im Trainingsmodus… und nachdem ich 2-3 Combos mit ihr rausfand, hatte ich schon zu viel Spass um zu wechseln.

Während ich überlege meine Arme vielleicht doch mal wieder runter zu nehmen, geht mir durch den Kopf was ich in der Zeit im Trainingsmodus anderes hätte machen können. HättehätteFahrradkette, hab ich aber nicht, und das ist alles schon OK so. All das andere hätte mir vielleicht nicht dieses gute Gefühl verschafft. Vielleicht auch doch. Vielleicht hätte ich auch doch Clown werden sollen oder ne Katze, lirum larum Löffelstiel. Und irgendwelche halbgaren Vergleiche mit dem ähnlichen Aufwand in Dark Souls spielen will ich euch ersparen.

Bin ich jetzt “Fighting Game”-Könner? … Jeeeeeeiiiiiin? Ich sage gern dazu, dass ich besser geworden bin, aber von “gut” noch weit entfernt. Ich bin jetzt an dem Punkt, an dem mir Fighting Games Spass machen. Egal ob ich auf die Mütze bekomme oder nicht. Und das ist mir viel wichtiger. Danke, Mika!

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