Follow the rules!

Ein Spiel also, in dem es darum geht sich Regeln zu merken und diese in einer bestimmten Reihenfolge zu befolgen. Klingt das nicht ein bisschen langweilig? Sind nicht alle Spiele erstmal genau das, das Befolgen bestimmter, in diesem Rahmen abgestecker Regeln?

In Rules! spielen sie die Hauptrolle, auch wenn 1 das neben den bezaubernden und minimalistisch animierten Motiven vergessen mag. Der kleine Roboter? Der Fuchs? Das 70er-Jahre Telefon, das als erstes seinen Hörer verliert? Hinreißend!

Das Spielfeld ist ähnlich aufgebaut, wie wir es von anderen Kartenpuzzles wie Threes und all seinen Klonen kennen: Es besteht aus 4 mal 4 quadratischen Karten mit unterschiedlichen Figuren und Zahlen darauf, die nun in einer bestimmten Reihenfolge angetippt werden müssen und daraufhin vom Spielfeld purzeln. Wie diese Reihenfolge aussieht, bestimmen die Regeln, und die sind zwar eigentlich einfach, aber haben es doch in sich.

rulesgame1Wir beginnen das Spiel mit einer besonders einfachen Regel, nämlich alle Karten auf dem Feld in absteigender Reihenfolge anzutippen. Natürlich ist dazu nur begrenzt Zeit. Ist das erledigt folgt die nächste Regel,  zuerst die grünen Karten zu tippen, danach ist wieder Regel 1 zu befolgen. Hast du das geschafft folgt die Nächste und auch die Vorhergegangenen dürfen nicht vergessen werden.

Manche Regeln erscheinen in den ersten Durchgängen kompliziert. Bei jeder neuen Regel einmal kurz nachdenken zu müssen, statt automatisch in einem fast hypnotischen Flow weiterzutippen, kann fürchterlich irritierend sein. Nach 10 Runden werden gar alle Regeln – ähnlich wie die Karten auf dem Feld – weggewischt und durch neue ersetzt, also gilt es auch hier schnell umzudenken. Es lohnt sich in den einfacheren und bekannten Levels besonders schnell zu sein und sich so einen Zeitpuffer für irritierte Sekunden zuzulegen.

Mit der Zeit kommt auch die Übung und das Gefühl sich die einzelnen Regeln merken zu können. Aber kaum ist das passiert, ändern sie sich, natürlich, schon wieder. Manchmal, wenn z.B. längst keine grünen Monster oder ungeraden Zahlen mehr auf dem Feld sind, werden Regeln übersprungen. Und was war dann?

Einerseits kommt es so immer wieder zu Fehlern und 1 muss wieder ganz von vorne beginnen. Andererseits jedoch ist das kaum frustrierend, sondern eher Ansporn. Wutanfälle gibt es eher selten, aber manchmal frage ich mich doch schon WIESO ICH DIESEN WAL MIT EINEM ROBOTER VERWECHSELN KONNTE NUR WEIL BEIDE BLAU SIND. (Huch?)

Das Spielprinzip ist addictive und intuitiv, man braucht wenig Zeit um zu verstehen, was 1 da eigentlich tut. Aber die Grafik, das look and feel, die überaus liebevolle Gestaltung des Spiels macht es erst so besonders. Die bezaubernden Figuren, die Oberfläche, die Hintergründe, die kleinen Texte vor jedem neuen Level, das Sounddesign: alles ist perfekt aufeinander abgestimmt, das Spiel ist rund und wunderschön.

Am Ende hilft es alles nichts und jeder Versuch hier irgendwas objektives zu erzählen muss scheitern: ich bin rettungslos verliebt.

Veröffentlicht wird Rules! vom Indie-Studio TheCodingMonkeys. In der Doku-Mini-Serie Monkey-Business lassen sie uns ein wenig hinter die Kulissen schauen, auch die Entstehung von Rules! ist hier immer wieder Thema. Unterstützen könnt Ihr die Dokus auf Patreon.

Rules! gibt es für 1,79 Euro im App-Store für iPhones und iPads

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