Spielzeug statt Heldin

Die Scharfschützin “Quiet” wird eine der Hauptcharaktere in Metal Gear Solid 5 sein und als solche als Actionfigur verewigt werden – so weit, so gut, schließlich gibt es nicht all zu viel Actionheldinnen. Entwickler Hideo Kojima veröffentlichte heute auf Twitter jedoch ein Bild und kommentierte die dabei verwendeten “weichen Materialien”. Gemeint waren die Brüste der Figur – ein Kommentar, der Quiet vom handelnden Charakter in einer Geschichte zu einem miniaturisierten Sexspielzeug reduziert. Sie ist ein absurd … Spielzeug statt Heldin weiterlesen

Vor einer orangen Leinwand steht eine weiße Frau an einem roten Rednerpult

Anita Sarkeesian über – nicht nur – ihren Alltag

Keine Witze machen, im Cafe möglichst unsichtbar sitzen und niemals Schimpfworte benutzen. Vor knapp zwei Wochen hat Spielekritikerin Anita Sarkeesian beim australischen All About Women Festival über ihren Alltag der letzten Jahre gesprochen. Es geht um die Balance, wenn Morddrohungen schon Monotonie bedeuten und manchmal doch alles zuviel wird – aber das da draußen niemand sehen darf, weil dieses Eingeständnis noch mehr Gewalt nach sich … Anita Sarkeesian über – nicht nur – ihren Alltag weiterlesen

Hotline Miami, Kritik und Triggerwarnungen

Content Note: Dieser Beitrag thematisiert sexualisierte Gewalt in Videospielen. Die Darstellung von sexualisierter Gewalt wird in der Popkultur oft zum Stilmittel reduziert. Ob für den reinen Schockeffekt oder zur Charakterisierung von Figuren, selten wird das Thema angemessen behandelt. Diese eindimensionale Verwendung führt zu einer Trivialisierung von sexualisierter Gewalt. Der Begriff “Rape Culture” beschreibt diesen gesellschaftlichen und medialen Umgang: “Rapeculture sind Vergewaltigungen, die in Filmen, Fernsehserien, Büchern und Videospielen zur … Hotline Miami, Kritik und Triggerwarnungen weiterlesen

Preisleistungsgesellschaft

Ich könnte an dieser Stelle mit einem Witz einsteigen. ”Auf die Länge kommt es an” zum Beispiel. Manch Leser_in würde über diesen pubertären Witz vielleicht kurz kichern, nur um dann den Kopf zu schütteln. Natürlich kommt es nicht nur auf die Länge an. Und doch dreht sich schon vor seiner Veröffentlichung alles um die Länge von The Order: 1886, nachdem ein Video seinen Weg ins Internet … Preisleistungsgesellschaft weiterlesen

Drachenväter und Drachenmütter

Im Sachbuch “Die Drachenväter” von Tom Hillenbrand und Konrad Lischka beschäftigen sich die Autoren mit den Ursprüngen des Rollenspiels – das lange vor dem Umzug auf den Computer schon auf Papier stattfand. Begleitend veröffentlichten sie einen Interview-Band mit den Gesprächen, die sie für das Buch führten. Und obwohl der Titel (leider) korrekterweise auf die männliche Dominanz in der Branche hinweist, gibt es auch “Drachenmütter”, wie Margaret Weis, das wir im Folgenden als … Drachenväter und Drachenmütter weiterlesen

Kritik statt Reviews

Es ist spät am Abend, als ich Tevis Thompsons “Game Review Drabbles” entdecke; eine Reihe von kurzen Spiele-Reviews, jeder genau 100 Worte lang und mit einer Zahl als Wertung versehen. Es ist ein simples Konzept, das mich den ganzen Abend nicht mehr los lässt. Ich stimme mit vielen der Meinungen nicht überein – teilweise widerspreche ich ihnen sogar grundlegend. Trotzdem – oder gerade deshalb – waren die … Kritik statt Reviews weiterlesen

An einem grünen Tisch sitzen eine weiße Frau und eine schwarze Frau in kurzen Kleidchen.

Bin ich mein Avatar?

Von der Zwergenfrau mit Bart bis zum durchtrainierten Adonis – den Avatar (immer wieder neu) gestalten zu können, ist eine der größten Möglichkeiten von Computerspielen. Die leider noch viel zu selten genutzt wird, wie zuletzt die Debatten um „schwer zu animierende“ Frauen zeigte. Und selbst wenn verschiedene Optionen bestehen, wird die Werbung gern auf den weißen, heterosexuellen, gesunden Mann gelegt. Doch was passiert, wenn Spiele … Bin ich mein Avatar? weiterlesen

Zensur!?

„Zensur!“ schallt es in den letzten Tagen an vielen Ecken im Internet. Grand Theft Auto (GTA V) wird nach einer Petition nicht mehr in australischen Filialen der Supermarktkette Target verkauft, der 2013 erschienene Indie-Liebling Papers, Please ist mit einigen Schwierigkeiten auf dem iPad erschienen, nachdem Apple die pixeligen Bilder nackter Menschen im Spiel untersagte und der Amoklauf-Shooter Hatred wurde zeitweise aus Steams Voting-Plattform Greenlight entfernt. … Zensur!? weiterlesen

Bücherstapel of shame

Es ist schon ein paar Tage her, da warf uns Kleinerdrei ganz unvermittelt ein Blogstöckchen zu – und damit auch die Frage, was ein Blogstöckchen denn überhaupt ist. Es ist so etwas wie ein Wanderpokal. Wer ihn hat, darf schreiben. In diesem Falle über die ungelesenen Bücher, die noch unbedingt gelesen werden wollen. Bei Spielen heißt das pile of shame. Bei Büchern über Spiele… hm, … Bücherstapel of shame weiterlesen

Besser Blocken

Twitter hat heute angekündigt, seine Funktionen zum Schutz vor Belästigung zu verbessern. Das scheint zunächst nichts mit Videospielen zu tun zu haben, aber nach dem, was mit GamerGate in den letzten Monaten passiert ist, steht es leider doch in einem Kontext. Twitters Umgang mit Harassment wird seit Jahren scharf kritisiert: Zumeist wurden die Forderungen der Nutzer_innen schlicht ignoriert, in einigen Fällen wurde die Situation sogar noch … Besser Blocken weiterlesen

Eine blonde, weiße Frau und ein schwarzer Mann mit kurzen Haaren geben sich vor 2 Laptops High Fives.

Barbie: Spieledesignerin oder Hackerin?

In der letzten Woche sorgte ein Buch von 2010 für Furore. Brianna Wu fiel auf, dass „Barbie: I Can Be a Computer Engineer“ (Barbie: Ich kann Informatikerin sein) eigentlich ein Buch über eine Videospieldesignerin war. Noch dazu eine, die ihren Laptop und den ihrer Schwester mit Viren infiziert und für die Spiele­pro­gram­mie­rung und Laptop­rettung die Hilfe von zwei Informatikern benötigt. Aber am Ende von der … Barbie: Spieledesignerin oder Hackerin? weiterlesen

“We think games are for everyone.”

Anfang dieser Woche begann sich Twitter langsam mit Herzen zu füllen. Die Profilbilder von Entwickler_innen, Designer_innen, Spielejournalist_innen, Gamer_innen wurden mit den bunten Logos verziert. Sie entstammen der Aktion “We Heart” – wir ermutigen, wir lieben – und adressiert mit diesem “wir” die Gemeinschaft derer, die Videospiele lieben. Spiele sollen ein Ort sein, an dem sich alle Willkommen fühlen. Wo Kritik begrüßt wird. Für Menschen die glauben, dass … “We think games are for everyone.” weiterlesen