FINISH IT!

Teenage Mutant Ninja Turtles: Fall of the Foot Clan für den GameBoy war das erste Spiel dass ich zu Ende gespielt habe. Mehrmals. Auf unterschiedliche Art und Weise.

Zu erst habe ich es geschafft, im ersten Level zu beginnen, mich bis zum letzten Endboss Crang durchzuschlagen und diesen auch zu besiegen. Freude machte sich breit. Ich habe auch eine ganze Weile gebraucht um das mal zu schaffen. An der Stelle habe ich es wohl zweifelsohne geschafft, das Spiel fertig gespielt zu haben.

Gesehen und geschafft hatte ich aber noch lange nicht alles.

Ich hatte noch nicht jedes Bonus-Spiel, die in manchen Leveln versteckt waren gefunden, mir sind an manchen Stellen Gegner entwischt… also arbeitete ich daran, jeden Winkel dieses Spiels zu entdecken. Einen Durchgang schaffte ich ohne die selbst gestellte Vorgaben, die Wurfsterne der Turtles nicht zu benutzen. Ein Glück kannte ich damals Speedruns noch nicht, sonst hätte ich das auch noch versucht. Ich habe mir andere Definitionen von “Ende” ausgedacht.

Ähnliches sagt mir heute Steam über Achievements. Wenn ich das Ende des Spiels erreiche: ACHIEVEMENT! Wohoo, Konfetti! Dass ich nicht alle Alternativen ausgekundschaftet habe, wird mir durch eben nicht erreichte Achievements signalisiert. Das soll wohl in mir den Druck auslösen, wie es auch der liegengebliebene Abwasch von vor drei Tagen tut. Und dann gibt es auch wieder Spiele die kein wirkliches Ende haben. Oder ich bin vom Spiel enttäuscht, denke mir “Okay, das wars!” und beende die Sache. Was ja nicht negativ sein muss, wenn das Spiel mich bis dahin gut unterhalten hat. Oder Nebenquests mich so sehr von der Hauptquest ablenken, um das Spiel in die Länge zu ziehen. Oderoderoderoder…

Gerade das hinauszögern von Enden, lange Spieldauern frustriert mich zunehmend. Mit der begrenzten Zeit die mir für Spiele übrig bleibt möchte ich auch in absehbarer Zeit ein Ende sehen. Da verspühre ich mittlerweile auch keine Scham mehr, wenn ich bei sehr kniffligen Stellen Walkthroughs zur Hand nehme. Titel mit kürzerer Spieldauer und kleinerem Preis wie Brothers: A Tale Of Two Sons kommen mir da auch sehr entgegen. Bei guter Handlung stören mich lineare, geführte Abläufe nicht mehr, Open-World Titel oder alternative Erzählstränge führen eher zu einer unüberschaubaren Anzahl an Savegames. Lediglich in Papers, Please bin ich durch die übersichtlichere Baumstruktur der Spielstände etwas motivierter, zu bestimmten Tagen zurückzugehen und als Grenzwächter eine Entscheidung doch anders zu treffen.

Dabei war ich früher doch nicht so. Ich verlor mich in den Landschaften von Morrowind und Oblivion für Stunden. Da hatte ich aber auch noch deutlich mehr Zeit, und einen Pile of Shame der um einiges kleiner war als heute.

3 Gedanken zu “FINISH IT!

  1. Ich bin inzwischen auch da angekommen, dass ich Spiele mit Story über 8 Stunden Spielzeit eher anstrengend finde. Ich habe auch einige AAA-Titel von meinem Pile of Shame unbeendet liegen gelassen… merkwürdigerweise habe ich in Tomb Raider aber sogar ziemlich viel Zeit auch nach der Story verbracht, weil es sich erst beim Erkunden der Insel mit weniger Gegnern wirklich wie Tomb Raider angefühlt hat.

  2. Ich finde das hier auch durchaus interessant:

    “Gerade das hinauszögern von Enden, lange Spieldauern frustriert mich zunehmend. Mit der begrenzten Zeit die mir für Spiele übrig bleibt möchte ich auch in absehbarer Zeit ein Ende sehen.”

    Ich kann das ziemlich gut nachvollziehen. Geht es mir doch ähnlich – erst recht, wenn ich mir meine dicke Steam-Lib so ansehe und dabei alle Spiele sehe, die auch noch gespielt werden wollen.

    Normalerweise will man ja für sein Geld so viel wie nur möglich vom Produkt haben. 😀

  3. Im Falle von Steam (welches bei mir zum Glück die einzige Plattform – zusammen mit dem Humble Bundle – ist, bei der ich regelmäßig Titel kaufe), kann man das auch so sehen:

    Wenn ich z.B. im Summer-Sale ca. 60€ für ~20 Spiele ausgebe und davon nur zwei deutlich intensiver spiele, kann man diese beiden auf einen persönlichen Wert von jeweils ungefähr 30€ rechnen. Die restlichen ~18 Spiele sind ne tolle Zugabe welche ja immer noch weniger intensiv gespielt werden können. 😀

    Wenn diese beiden Spiele gut unterhalten haben, sind sie dieses Geld auch wert.

    Wenn man jetzt noch bedenkt, dass ein (!) Spiel für die PS4 mal locker 60 – 70 Eier kostet und auch nicht wirklich gut sein muss (hallo @ simples Grafikmonster “Killzone Shadowfall”), dann steht man selbst mit seinem “Pile of Shame” auf Steam gar nicht sooo schlecht da.

    Vll. ist diese Ansicht etwas wirr. :/

    PS: Ich kaufe zu mindestens 90% keine Vollpreistitel. Ausnahmen sind 1 oder 2 Spiele von Blizzard im Jahr.

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