Gamopolis: #GamerGate

Die erste Folge des “Gamopolis” Podcasts wurde noch vor dem “Gamergate” aufgenommen. Hätten wir sie danach aufgenommen, vermutlich wären einige Aussagen anders ausgefallen. Diesmal widmen sich Mina und Daniel ausschließlich diesem Thema.

Was während der Wochen passierte, in denen der Hashtag #GamerGate die Twitter-Timelines in der Videospielszene dominierte, war mehr als ein Shitstorm. Vorgeblich ging es um Kritik am Videospieljournalismus, tatsächlich hat es aber weitaus weniger mit Ethik zu tun. #GamerGate war eine Kampagne mit dem Ziel Stimmen unsichtbar zu machen, die in Teilen der Gamer-Kultur unerwünscht sind und nutzt dafür die selben Muster, die marginalisierte Gruppen schon lange kennen.

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Die Rethorik überschneidet sich dabei beängstigend oft mit der rechten Szene, etwa wenn der “Social Justice Warrior” zum “Gutmensch” des Internets wird. Viele Überschneidungen gibt es auch mit dem antifeministischen, misogynen Hass der Männerrechtsbewegung. Auf Kritik wurde mit dem Vokabular und der Sprache von Verschwörungstheorien geantwortet, jeder Vorwurf mit einer neuen Antwort derailt.

Viele schlecht informierte Mitläufer, die ihre reaktionären Ängste bestätigt sahen, legitimierten dabei den zielgerichteten Hass der Organisatoren hinter der Kampagne. Sie waren es letztendlich auch, die den Begriff des “Gamers” für viele so nachhaltig beschädigt haben. Nicht jeder der sich “Gamer” nennt ist eines dieser, mit Verlaub, Arschlöcher. Doch gab es viel zu wenige Gegenstimmen aus dieser Community. Eine Community die ihren Namen nicht gegen diese extreme Form von Hass und Ausgrenzung verteidigt oder verteidigen kann, hat andere Probleme als die vermeintliche Korruptheit der Presse.

Wir wollen, können und werden nicht so tun oder es versuchen, neutral über #GamerGate zu berichten, weil wir es für grundsätzlich falsch halten. Es gibt keine Neutralität, erst recht nicht wenn eine Seite eines Kampfes sich selbst diese zuschreibt. “Neutraler” zu berichten würde bedeuten, einseitig ausgeübte Gewalt zu verharmlosen.

Seit wir diesen Podcast aufgenommen haben wird auf Twitter unter dem Hashtag #StopGamerGate2014 zu einem Ende aufgerufen. Langsam aber sicher werden die Stimmen lauter, die sich gegen Gamergate stellen. Leider impliziert der Hashtag auch schon, dass es nicht der letzte “Shitstorm” gewesen sein wird.

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2 Gedanken zu “Gamopolis: #GamerGate

  1. So ekelhaft und tw. vebrecherisch diese ganzen Reaktionen auch sind gibt mir der Gedanke Hoffnung, dass eins auf jeden Fall klar ist: Es verändert sich was, allein diese Welle des Hasses zeigt, dass es grade einen Umbruch gibt und das Wegignorieren von „schwierigen“ Stimmen in der Community einfach nicht mehr funktioniert (yay Koolaid Point). Ich als weißer Mann ohne Internetfame habe da natürlich leicht reden aber ich denke, dass es bergauf geht (auch wenn der Weg mehr als steinig ist). Indiegames FTW.

    Hoffnung machen da auch so kleine Dinge wie die Masse an Unterschriften von Vertreterinnen aus der Branche: https://medium.com/@andreaszecher/open-letter-to-the-gaming-community-df4511032e8a

    Uh, das Gamasutra so cool ist war mir garnet klar, da schau ich dann mal öfters wieder vorbei.

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