Überwachende Überwachte

Nothing To Hide nennt sich selbst ein “Anti-Stealth-Game”. Wo es in Spielen sonst immer darum geht, den Blicken von Überwachungskameras auszuweichen, müssen Spielende hier selbst dafür sorgen, jederzeit beobachtet zu werden. Außerhalb des Blicks der Überwachungskameras stirbt die Spielfigur.

Die Aussage ist wenig subtil, umso cleverer ist aber ihre Umsetzung durch die Spielmechanik selbst. Nicht jeder Abschnitt eines Levels ist von den Blicken der Regierung abgedeckt, also muss Protagonistin Poppy oft selbst dafür sorgen, nicht unbeobachtet zu sein. Daraus ergeben sich Puzzles. Einen guten Eindruck von diesen und der schönen, comicartigen Grafik ermöglicht die bereits jetzt im Browser spielbare Demo.

Für die Finanzierung wird nicht Kickstarter, sondern eine eigene Crowdfunding-Plattform verwendet. Der versprochene Betrag geht nicht sofort vollständig in die Entwicklung, sondern wird nach den einzelnen Projekt-Abschnitten ausgezahlt – die Alpha-Version, Beta-Version und für das fertige Spiel. Die noch nicht ausgezahlte Unterstützung lässt sich so auch jederzeit wieder zurückziehen. Bis zum 12. März müssen die 40.000$ zusammenkommen, um die weitere Entwicklung zu sichern. 

Nick Liow hält sich selbst an den Titel und hat nichts zu verbergen. Der Code des Spiels ist öffentlich, das Copyright wird mit einer Public Domain Lizenz völlig abgetreten. “Indem wir die Macht über unsere Kunst aufgeben, geben wir unserer Kunst mehr Macht”, heißt es auf der Webseite.

Zuletzt hat das über Kickstarter finanzierte Republiqué die Überwachungskameras vom Gegner zum notwendigen Spielelement gemacht.

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